Wald- und Holzverkauf (RA-111/2015)

vom 19. Februar 2015

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
mit dem Verkauf von Waldflächen (fünf Prozent des Gesamtbestandes) will die Stadt Plauen in den nächsten Jahren mindestens eine Million Euro einnehmen. Daher bitte ich um die Beantwortung folgender Fragen:

1) Wie hoch wird der Wert des Chemnitzer Kommunalwaldes geschätzt?
2) Einnahmen in welcher Höhe wurden dabei durch die „Waldwirtschaft“ 2013/2014 erzielt und sind 2015 geplant, differenziert in Holz- und Waldflächenverkauf und weitere konkrete Ertragsgruppen?
3) Wie haben sich in den letzten Jahren die „Bewirtschaftungskosten“ und Marktpreise für Holz und Grundstücke entwickelt, und warum wird evtl. davon abgesehen, Waldflächen zu verkaufen?

Falk Müller

Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, zu Ihrer Ratsanfrage möchte ich Ihnen Folgendes mitteilen:

1) Der Buchwert der vom Grünflächenamt Chemnitz verwalteten Waldflächen der Stadt Chemnitz beträgt ca. 9,4 Mio €.

2) In den vergangenen 10 Jahren lagen die Einnahmen für den Chemnitzer Kommunalwald bei durchschnittlich 389 T€ jährlich. Diese Einnahmen wurden ausschließlich über den Verkauf von Holz erwirtschaftet.

3) Bezogen auf die 1.480 ha große Gesamtfläche des Kommunalwaldes belaufen sich die jährlichen Bewirtschaftungskosten gleichbleibend auf ca. 0,01 Euro/m². (Die Aufwendungen, einschließlich Personalkosten, lagen bei ca. 532 T€. Der jährliche städtische Zuschuss lag damit bei ca. 143 T€. Im Vergleich dazu wird für die Grundpflege einer öffentlichen Grünanlage entsprechend Grünanlagenkonzeption ein Betrag von ca. 1,05 Euro/m² pro Jahr benötigt.)

Die Preise für Fichten-Langholzabschnitte und Fichten-Industrieholz haben sich im Vergleich zu 2005 um etwa 2/3 erhöht, sind aber in den letzten 4 Jahren auf nahezu konstantem Niveau geblieben. Beim Laubholz gibt es größere Schwankungen im Holzpreis und über die Jahre insgesamt nur einen leichten Preisanstieg.

Der Waldbesitz der Stadt Chemnitz wurde seit dem Jahr 1402 systematisch aufgebaut. Er steht für die Veräußerung aus landeskulturellen, sozialen und Naturschutzgründen daher grundsätzlich nicht zur Verfügung. Allerdings gibt es seit 2011 im Rahmen der EKKO-Maßnahme 67/03 Bestrebungen Klein- und Splitterflächen zu veräußern. Der Verkauf gestaltet sich jedoch mangels Nachfrage schwierig.

Mit freundlichen Grüßen
Miko Runkel
Bürgermeister