Oberbürgermeisterin hat Chance verspielt

vom 19. Februar 2016

AfD-Stadtrat Thomas Sänger kritisiert die Verwaltungspraxis bezüglich des Chemnitztal-Viaduktes: „Ich finde es erstaunlich, dass die Stadt kein eigenes Gutachten erstellt hat und sich anscheinend nur auf die Einschätzung der Bürgerinitiative beruft. In welchem Zustand sich das Chemnitztal-Viadukt befindet, sollten unabhängige Gutachter entscheiden und weder Künstler oder Denkmalschützer noch ein Unternehmen, das selbst neue Brücken baut. Die Oberbürgermeisterin hat ihre Chance als Vermittlerin zwischen den beteiligten Akteuren verspielt. Ihr Handeln besteht vielmehr in der Suche nach Schuldigen. Einerseits stellt sie nur Forderungen und übt Kritik, um andererseits darauf hinzuweisen, dass man als Stadt Chemnitz eigentlich gar keinen Einfluss habe, da die Brücke im Eigentum der Bahn sei. Mit diesem Argument ist es natürlich ein Leichtes, der Bahn die Schuld zuzuschieben und medienwirksam von eigenen Fehlern abzulenken, wie das beispielsweise auch bei der Auftragsvergabe für die Züge auf der Strecke Chemnitz-Leipzig geschehen ist. Ich hätte dieses historische Bauwerk auch gern erhalten, aber eine Differenz von acht Millionen Euro – das ist nun einmal die einzig verlässliche Zahl – ist unwirtschaftlich. Eine weitere Diskussion mit der Bahn, ohne dieser eine tragfähige und finanzierbare Alternative vorzulegen, kann nicht zum Ziel führen und steht einer schnellen Modernisierung des Streckenabschnitts entgegen. Für mich hat aber die infrastrukturelle und wirtschaftliche Entwicklung von Chemnitz und unserer Region oberste Priorität.“