Der Zug ist abgefahren!

vom 14. April 2016

AfD-Stadtrat Thomas Sänger hat in der Stadtratssitzung am Mittwoch, dem 13. April, die Verwaltungsspitze sowie die Chemnitzer Bundes- und Landtagsabgeordneten für die mangelhafte Umsetzung Chemnitzer Interessen im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) mitverantwortlich gemacht und damit eine breite Diskussion ausgelöst. Während die CDU-Stadtratsfraktion anders als ihr Parteikollege Peter Patt (siehe Zeitungszitat unten) zum Thema schwieg, fühlte sich Detlef Müller (SPD) direkt angesprochen, der zwar sein Bemühen nachvollziehbar zum Ausdruck brachte, andererseits aber einen eklatanten Widerspruch offenbarte. „Denn dass Herr Müller den Minister erst im Nachgang auf die Größe und Bedeutung der Region Chemnitz-Südwestsachsen und den fehlenden Fernverkehrsanschluss hinweisen musste, zeigt doch, dass im Vorfeld der Ausarbeitung der Pläne eben nicht genug getan wurde und demzufolge der Zug zu diesem Zeitpunkt bereits abgefahren war“, stellt Thomas Sänger klar. „Selbstverständlich hat unsere Fraktion trotzdem die wichtige Stellungnahme der Stadt unterstützt, in der auch die geplante Einsparung am Südring kritisiert wird, und ich fordere alle Bürger und Unternehmen auf, im Rahmen der BVWP-Öffentlichkeitsbeteiligung jene Missstände anzuprangern! Gleichwohl ist zu befürchten, dass dieses Instrument wieder einmal nur Fassade ist. Es wird zwar groß informiert und um Bürgermeinungen gebeten, aber letztlich doch so entschieden wie ursprünglich angedacht. Wir wissen doch leider, wie so etwas meistens läuft. Anders macht es die Oberbürgermeisterin mit ihren Einwohnerversammlungen ja auch nicht.“

Peter Patt (CDU) in der Morgenpost vom 19.03.16: „Wenn sich OB Barbara Ludwig, Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig und Bahnexperte Detlef Müller an die Spitze der Protestbewegung zu stellen versuchen, sind sie um mediale Aufmerksamkeit und Zustimmung der Bevölkerung bemüht und wollen ihre Verantwortung vergessen machen.“