Konzepte abarbeiten statt neue ausarbeiten

vom 9. August 2016

Um den Chemnitzer Tierpark strategisch neu auszurichten, hat die Stadtverwaltung nach mehreren internen Workshops und Entwicklungskonzepten eine freihändige Vergabe für externe Beratungsleistungen ausgeschrieben. „Der Stadtrat bleibt bei dieser Entscheidung leider außen vor, und unsere Fraktion hätte einem weiteren externen Gutachten sowieso nicht zugestimmt“, kritisiert Dr. Roland Katzer, AfD-Fraktionsvorsitzender und Mitglied im Strategieausschuss. „Das Geld könnte man stattdessen lieber gleich direkt in den Tierpark investieren, zum Beispiel in die Grünpflege oder eine moderne Homepage. Unser Antrag zum Haushalt, das Marketing zu professionalisieren, wurde noch im Februar 2015 von der rot-rot-grünen Mehrheit mit 35 Stimmen abgelehnt.“

„Auch ich denke, dass man bereits mit kleinen Maßnahmen eine große Wirkung erzielen könnte“, spricht AfD-Stadtrat Falk Müller weiter. „Einige Gehege sind verwaist oder von hohem Gras umgeben, und außerdem hängen die teilweise vergilbten Informationstafeln zu weit oben. Auch das so genannte Vivarium ist für Kinder eher ungeeignet und nur etwas für ausgewiesene „Amphibienfreunde“. Das Tropenhaus hingegen ist sehr gut gelungen, was der traurige Löwe und das provinziell anmutende Kassenhäuschen am Ein- und Ausgang aber schnell wieder vergessen machen lassen. Dorthin gehört ein repräsentativer Empfangs- und Aufenthaltsbereich mit interaktiven Informationsangeboten, barrierefreien Sanitäranlagen und einem Souvenirverkauf.“

„Ein sinnvoll durchdachter und modernisierter Tierpark wäre wünschenswert, aber wenn sich nach wie vor nichts grundlegend ändert, muss man bei der unschlagbaren, nahen Konkurrenz aus Leipzig und Dresden letztlich vielleicht sogar die Existenzfrage stellen und unpopuläre Entscheidungen treffen“, meint Thomas Sänger, familienpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion. „Der Tierpark stößt bekanntlich an seine Grenzen, will er eine artgerechte Haltung oder sogar neue Attraktionen bieten. Viel Potenzial sehe ich jedoch im Wildgatter. Der Natur- und Umweltpark im kleinen Güstrow (wildpark-mv.de) macht es unserer großen Stadt zum Beispiel mustergültig vor. So ein naturnahes Projekt könnte auch in unserer Region genau das Alleinstellungsmerkmal für Touristen wie einheimische Familien sein, was sich viele wünschen, ergänzt beispielsweise mit einem kleinen Bauernhof.“