Ein Zoo Chemnitz würde „die Besucher verwirren“

vom 1. September 2016

Mit unserer beantworteten Ratsanfrage zum Tierpark (RA-277/2016) ist es amtlich. Weder sind neue Konzepte, interne Arbeitsgruppen oder externe Gutachten notwendig, sondern eine neue Tierparkverwaltung! Unter marketingpsychologischen Aspekten kann der Name sehr wohl eine Rolle spielen. Ein Zoo ruft andere Assoziationen hervor als ein Tierpark. Die Kostenfrage einer Umbenennung bleibt jedoch unbeantwortet und würde „die Besucher verwirren“. Dabei wäre der Werbeeffekt eines Zoos vermutlich größer, mit nur 18.000 Euro aber in der Tat nicht umsetzbar. Unser AfD-Änderungsantrag zum Haushalt im Februar 2015, das Tierparkmarketing um 50.000 Euro zu erhöhen, wurde damals von der rot-rot-grünen Stadtratsmehrheit abgelehnt. Dass darüber hinaus für den Tierpark (10 ha) und das Wildgatter (35 ha) jahrelang nur ein Gärtner zur Verfügung steht und null Komma null Zoopädagogen, ist ein weiteres Armutszeugnis und führt den sprichwörtlichen Tier-Park-Charakter ad absurdum. Auch fand keine umfassende Bürgerbefragung statt, in der Besucher ihre konkreten Hinweise und Wünsche zum allgemeinen Zustand einbringen hätten können, sondern nur eine zum Gastronomieangebot, was vielleicht daran liegt, dass der Tierpark inmitten einer Wohnbebauung liege und es „kaum Entwicklungsmöglichkeiten“ gebe, wie die Stadtverwaltung selbst einräumt. Daher stellt sich letztlich – auch angesichts der unschlagbaren, nahen Konkurrenz aus Leipzig und Dresden – eher die Existenzfrage als die nach einem neuen Gutachten, und Investitionen in das Wildgatter (zum Beispiel nach dem Vorbild des Natur- und Umweltparks Güstrow) wären nachhaltiger, zumal die Oberbürgermeisterin in der Stadtratssitzung gestern selbst angemerkt hat, dass das Verbot der Zurschaustellung von Zirkuswildtieren auch Einfluss auf den Tierpark haben wird.

Tierparkkonzepte abarbeiten statt neue ausarbeiten! (Pressemitteilung vom 09.08.16)