Bahnhofstraße / Cityring (RA-389/2017)

vom 21. September 2017

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
der im November zur Abstimmung stehende Grundsatzentscheid für Tiefbaumaßnahmen thematisiert u.a. den Kreuzungsbereich Brückenstraße/Augustusburger Straße, und daher bitte ich um die Beantwortung folgender Fragen:
1) Von welcher „künftigen Verkehrssituation“ geht die Stadtverwaltung für die Bahnhofstraße konkret aus, die dort momentan insgesamt sieben bzw. acht Fahrspuren aufweist?
2) Würde eine wünschenswerte Reduzierung der Fahrbahnbreite nicht vielmehr die Staugefahr und Schadstoffwerte erhöhen, wenn nicht gleichzeitig auch der Innenstadtring von der Zschopauer Straße zum Dresdner Platz weitergebaut und für Entlastung sorgen würde?
3) Inwiefern wird (in Bezug auf Frage 1) auch die Brückenstraße im Kreuzungsbereich angepasst, und von welchen Plänen geht die Stadtverwaltung für die gesamte Brückenstraße aus? Wäre ein verkehrsberuhigter Bereich zwischen Theaterstraße und Straße der Nationen und also eine Sperrung des Cityrings möglich, um die „Kern-Innenstadt“ besser mit dem Brühl, der Oper und Universität zu verbinden?
4) Wann werden die großen Kreuzungen der Theaterstraße zur Hartmann- und Brückenstraße grundhaft erneuert und attraktiver gestaltet, die ja im Zusammenhang mit dem Chemnitzer Straßenbahnmodell und Regenüberlaufbecken stehen? Wäre dort ein Kreisverkehr möglich?

Thomas Sänger

Antwort: Sehr geehrter Herr Sänger, zu Ihrer Ratsanfrage teile ich Ihnen im Auftrag der Oberbürgermeisterin Folgendes mit:

1) Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass der Kreuzungsbereich Brückenstraße/Augustusburger Straße, wie auch die Bahnhofstraße und die Zschopauer Straße ihrer verkehrlichen Funktion als Teil des Kernnetzes für den Kfz-Verkehr entsprechend zu gestalten sind und eine hierfür angemessene Verkehrsqualität zu sichern ist. Spielräume, die sich aus den konkreten Verkehrsmengen und der zu sichernden Verkehrsqualität ergeben, sollen vorrangig genutzt werden, um zum Beispiel die Querung der Fußgänger zwischen Stefan-Heym-Platz (SMAC) und der Neuen Johannisvorstadt (Johanniskirchplatz) über die Bahnhofstraße zu verbessern.

Die anstehenden Maßnahmen betreffen generell die innere und äußere Erschließung der neuen Baufelder am Tietz, am Johanniskirchplatz und am Johannisplatz, gemäß den vorliegenden städtebaulichen Planungen (siehe z.B. Bebauungsplan Nr. 15/17 „Neue Johannisvorstadt“). In die Straßenräume wird nur insoweit eingegriffen, als dass die Seitenräume gestaltet und aufgewertet werden. Der Knoten Zschopauer Straße/Bahnhofstraße wird nach Möglichkeit kompakter gestaltet, um so die Ausfahrkapazität aus dem Johannisplatz zu erhöhen und eine Linksabbiegemöglichkeit in den Johannisplatz zu ermöglichen. Weitere flankierende Maßnahmen sind erforderliche Sanierungen von Fahrbahndecken sowie die Erneuerung der Gleisanlagen von Zentralhaltestelle bis Brücken- bzw. Augustusburger Straße durch die CVAG. Der Knoten Zschopauer Straße/Moritzstraße wird so gestaltet, dass das neue Quartier am Tietz verkehrlich vollständig in guter Qualität erreicht werden kann.

2) Siehe Antwort zu 1). Der mögliche Neubau einer Straßenverbindung vom Dresdner Platz zur Augustusburger Straße bzw. Zschopauer Straße (Innerer Stadtring) ist nicht Gegenstand der aktuellen Planungen. Langfristig muss im Zuge der Fortschreibung der Verkehrsentwicklungsplanung dazu entschieden werden.

3) Siehe Antwort zu 1). Eine Veränderung der Brückenstraße ist im Zuge der aktuellen Maßnahmen nicht geplant. Diese betrifft nur die innere und äußere Erschließung der neuen Baufelder am Tietz, am Johanniskirchplatz und am Johannisplatz.

4) Hierzu ist erst eine Aussage möglich, wenn es eine Entscheidung zur zeitlichen Abfolge der weiteren Stufen des Chemnitzer Modells gibt. Die Schaffung einer Straßenbahntrasse auf dem Zentrumsring mit Theater- und Brückenstraße ist Bestandteil der Stufe 4 des Chemnitzer Modells. In diese Planungen ist dann auch die Art der Gestaltung der Verkehrsanlagen und Straßenräume mit einzubeziehen. Allerdings erscheint die Anlage eines Kreisverkehrsplatzes aus verkehrsplanerischer Sicht bei den gegebenen Verkehrsmengen, der Einpassung einer Straßenbahntrasse sowie der stadträumlichen Situation eher als ungeeignet.

Mit freundlichen Grüßen
i.V. Sven Schulze
Michael Stötzer
Bürgermeister