Tierpark ohne Liebe zum Detail

vom 19. Oktober 2017

Der Tierpark Chemnitz erhält im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms einen zweiten Sibirischen Tiger aus dem Tiergarten Nürnberg. Dass dieser Schritt noch vor der Präsentation des Masterplans erfolgen soll, haben unlängst die Fraktionsvorsitzenden der rot-rot-grünen Stadtratsmehrheit kritisiert. „Diese Kritik ist zwar irgendwie berechtigt, aber der Artenschutz ist meiner Meinung nach wichtiger und hat eben keinen Terminplan“, relativiert AfD-Stadtrat Falk Müller. „Die vom Aussterben bedrohten Tiere können nichts dafür, dass nach dem seit 2013/14 vorliegenden Entwicklungskonzept nunmehr erst noch ein Gutachten und Masterplan in Auftrag gegeben wurden. Ich bin sowieso der Meinung, dass es vor allem der erste Eindruck ist, der in Chemnitz nicht stimmt, die fehlende Liebe zum kleinen Detail statt großer, ungelöster Grundsatzfragen. Das fängt mit der veralteten Homepage an, geht mit Spinnweben weiter, überfüllten Mülleimern, ungepflegten Grünflächen, teilweise regelrecht zugewachsenen Anlagen und Käfigen) und hört bei den Informationstafeln auf, die zwar hoffentlich momentan, aber eben viel zu spät erneuert werden. An diesen Problemen hat sich seit Anfang des Jahres nichts geändert. Letztlich muss man aber immerhin zu Gute halten, dass ein neuer Tiger mehr Besucher anziehen wird als der 25. Frosch, zumindest wenn er besser präsentiert und vermarktet wird als der berühmteste Löwe Sachsens, der nur noch ein trauriges Dasein fristet.“

Die verlinkten Fotos stammen aus einem Rundgang von Falk Müller am 01. Oktober 2017 und sind Privateigentum.