Chemnitzer Modell darf Stadtränder nicht abkoppeln

vom 9. November 2017

Die AfD-Fraktion befürwortet das Chemnitzer Straßenbahnmodell grundsätzlich, kritisiert aber in Person von AfD-Stadtrat Thomas Sänger zwei problematische Konsequenzen für Kunden und Autofahrer: „Das Umland mit dem Stadt- und Oberzentrum auf der Schiene ohne Umsteigen zu verbinden, ist richtig und noch dazu umweltfreundlich. Dass aber damit die eigenen Stadtrandbezirke praktisch abgekoppelt werden, ist eine Frechheit! Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember wird die Straßenbahnlinie 6 eingestellt, und aus Altchemnitz kommend muss man dann auf die halbstündlich verkehrende Citybahn ausweichen oder via Linie 5 zwischendurch auf den Bus 53 umsteigen. In den Abendstunden sieht es noch schlechter aus. Gleiches blüht den Bewohnern in Reichenhain und Erfenschlag, die bislang mit der Buslinie 51 noch bequem und direkt zur Zentralhaltestelle gelangen konnten, zukünftig aber bei Wind und Wetter umsteigen und hoffen müssen, den Anschluss nicht verpasst zu haben. Auch die Autofahrer werden die Änderungen zu spüren bekommen, weil die Stadtplaner den zweiten vor dem ersten Schritt machen. Es ist zwar gut gemeint, wenn für die Theaterstraße in jede Richtung nur noch eine Fahrspur geplant wird und diese dann im Gegensatz zur weiterhin überdimensionierten Bahnhofstraße nicht mehr wie eine Barriere in Bezug auf die Innenstadtentwicklung wirkt. Aber zuerst muss die Lücke des Innenstadtrings zwischen Zschopauer Straße und Dresdner Platz geschlossen werden, um den Cityring vom nicht zu verleugnenden Durchgangsverkehr auch wirklich zu entlasten und die Autofahrer nicht einfach nur immer mehr auszubremsen!“