Obdachlosenzahlen (RA-488/2017)

vom 23. November 2017

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, ich bitte um die Beantwortung folgender Fragen:
1) Wie hat sich die Situation wohnungsloser Menschen in Chemnitz (Fallzahlen, Hilfsangebote) in den letzten drei Jahren entwickelt?
2) Wie haben sich die kommunalen Zuschüsse an entsprechende freie Träger (bspw. Stadtmission der Diakonie, Selbsthilfe 91) in den letzten fünf Jahren entwickelt?
3) Inwiefern ist es möglich, nicht voll ausgelastete Häuser der Zentralen Asylbewerber-Unterbringung zumindest im Winter auch für wohnungslose Menschen zu öffnen?

Dr. Roland Katzer

Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. Katzer, Ihre an die Oberbürgermeisterin gerichtete Anfrage beantworte ich wie folgt:

1) Bundesweit gibt es keine vollumfängliche und valide Art der Erfassung von Menschen ohne Obdach, so dass eine Aussage zu allumfassenden Fallzahlen so nicht möglich ist. Als eine Möglichkeit wird die Betrachtung der Anzahl der Menschen gesehen, die sich im Hilfesystem des Sozialamtes befinden. Beispielsweise als:
– Nutzer von Unterstützungsleistungen von Angeboten der Wohnungslosenhilfe oder
– Bewohner im Nachtquartier

Damit ist ein Überblick möglich. Generell gilt aber: Hilfe anzunehmen ist eine freiwillige Entscheidung, genauso wie die Entscheidung darüber, wo die Hilfe in Anspruch genommen wird.

Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht die Nutzung der städtischen Angebote zur Unterbringung bei tatsächlich bestehender Wohnungslosigkeit und deren Entwicklung bis zum Stand 10/2017. Zum Vergleich ist jeweils der Stand zum Oktober der Jahre 2015 und 2016 angegeben. Die Kapazität wird bedarfsorientiert vorgehalten und hat sich, wie auch die Anzahl der Unterstützungsangebote, seit 2013 nicht verändert.

2) Die folgende Tabelle zeigt alle Angebote der Wohnungslosenhilfe, die auf Grundlage der Richtlinie der Stadt Chemnitz zur Förderung der freien Jugendhilfe, sozialer und sozialmedizinischer Dienste „Fachförderrichtlinie Jugend, Soziales, Gesundheit – FRL-JSG“ gefördert werden.

3) Generell ist dies möglich, jedoch aufgrund der aktuellen Bedarfslage nicht erforderlich.

Mit freundlichen Grüßen
i. V. Miko Runkel
Philipp Rochold
Bürgermeister