Quecksilber-Rückstände im Restmüll (RA-194/2018)

vom 22. März 2018

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, ich bitte um die Beantwortung folgender Fragen:
1) Inwiefern wurden im vergangenen Jahr und aktuell welche konkreten Quecksilber-Rückstände oder andere Schadstoffe im Restmüll vorgefunden, und warum?
2) Ab welchen Grenzwerten besteht bei der Sortierung am Fließband und Verbrennung des Restmülls eine erhöhte Gesundheits- bzw. Umweltverschmutzungsgefahr?
3) Welche konkreten Mengen an Elektro(nik)altgeräten wurden darüber hinaus in den vergangenen drei Jahren im Restmüll vorgefunden und unter welchen finanziellen Erträgen verwertet? (Eigentlich müssten es im Vergleich zur RA-035/2015 weniger geworden sein.)
4) Denn haben sich die prognostizierten Potenziale an Elektro(nik)kleingeräten und Nichtverpackungsabfällen aus Metallen und Kunststoffen (siehe RA-115/2016) durch die neuen „Wertstofftonnen“ bestätigt? Welche Sammelmengen und Erträge wurden wiederum hierbei in den vergangenen drei Jahren bilanziert?

Falk Müller

Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, zu Ihrer Ratsanfrage teile ich Ihnen im Auftrag der Oberbürgermeisterin Folgendes mit:

1 und 2) Da der ASR den Restmüll weder sortiert noch beprobt und auch nicht zur Verbrennung liefert, können diese Fragen nicht beantwortet werden.

3) Nach den Ergebnissen der im Jahr 2016 durchgeführten Restabfallanalyse waren im Restabfall der Stadt Chemnitz 0,86 Gew.-% Elektrokleingeräte enthalten. Dies entspricht einer Menge von 0,95 kg pro Einwohner und Jahr.

Die erfasste Restabfallmenge der Stadt Chemnitz wird ausnahmslos an den Abfallwirtschaftsverband Chemnitz (AWVC) zur weiteren Behandlung überlassen. Eine separate Verwertung der im Restabfall befindlichen Elektro(nik)altgeräte erfolgt nach unserer Kenntnis über die Fe-/Ne-Abscheider in der Behandlungsanlage des AWVC am Weißen Weg. Dabei werden neben den Elektro(nik)kleingeräten auch stoffgleiche Abfälle, die keine Elektro(nik)kleingeräte sind, über die Fe-/Ne-Abscheider aussortiert. Auf Grund dieser Mischung liegen uns zu den so gewonnenen Elektro(nik)kleingeräten keine statistischen Mengen vor. Demnach kann zu finanziellen Erträgen keine Aussage getroffen werden.

4) Die Aufstellung der Sammelbehälter für Elektro(nik)kleingeräten und Metallen aus Chemnitzer Haushaltungen erfolgte ab November 2016. Aus diesem Grund sind Mengendaten ab dem Jahr 2017 verfügbar. Die in 2017 erfasste Sammelmenge an Elektro(nik)kleingeräten und Metallen beträgt 80,8 t, das entspricht einer Menge von 0,33 kg pro Einwohner und Jahr. Demnach blieben in 2017 die Sammelmengen unter den prognostizierten Mengen an Elektro(nik)kleingeräten (vgl. RA-115/2016). Die Erträge für diese Menge beliefen sich in 2017 auf 6.337 EUR. Dem stehen Transport- und Behandlungskosten in Höhe von 4.840 EUR gegenüber.

Freundliche Grüße
Miko Runkel
Bürgermeister