Chemnitz wirft sich selbst aus dem Rennen!

vom 9. Juli 2018

Das Aus für den Motorrad-Grandprix auf dem Sachsenring scheint nach dem WM-Lauf am nächsten Wochenende besiegelt. Bereits im Herbst 2015 drohte das Rennen im Jahr 2016 das letzte zu sein, weshalb die Chemnitzer AfD-Fraktion damals einen Beschlussantrag (BA-051/2015) eingereicht hatte, dass die Stadtverwaltung eine finanzielle Beteiligung an der Sachsenring-Rennstrecken-Management GmbH (SRM) prüfen sollte. „Der Motorrad-Grandprix auf dem Sachsenring ist ein herausragendes sportliches Ereignis, dass der Region und damit auch der Stadt Chemnitz ein überaus positives überregionales, sogar internationales Echo einbringt“, stellte man in unserer beantworteten Ratsanfrage (RA-417/2015) selbst fest. „Zudem sorgen die tausenden Gäste am Sachsenring in der Region für beträchtlichen zusätzlichen Umsatz, u.a. im Einzelhandel und Hotel- und Gaststättengewerbe. Daher ist es im Interesse der Stadt Chemnitz und der Region, dass die Verhandlungen über die künftigen Rennen erfolgreich sind und der Grand Prix auch weiterhin am Sachsenring beheimatet ist.“

„Chemnitz profitiert also von höheren Übernachtungszahlen, Gewerbesteuer-Einnahmen und medialen Berichterstattungen“, bilanziert AfD-Stadtrat Falk Müller. „Dennoch ging die Wirtschaftsförderung und das Stadtmarketing viel zu wenig auf dieses Thema ein, obwohl die Stadt als Oberzentrum der Region Südwestsachsen bekanntermaßen eine Wiege des Automobil- und Maschinenbaus war. Wäre es der Verwaltung ernst gewesen, hätte sie die „erforderlichen Voraussetzungen“ für ein finanzielles Engagement zumindest prüfen und bei der Rechtsaufsichtsbehörde nachfragen können. Die Stellungnahme auf unseren Antrag zeigt jedoch die „Unsportlichkeit“ der Stadt Chemnitz. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, aber auch die Stadtratsmehrheit wollte diesen damals nicht mitgehen, und ich frage mich, ob die finanziellen Risiken einer Beteiligung wirklich höher waren als die nunmehr drohenden Einnahme- und Imageverluste!“