Stadtmarketingkampagne (RA-404/2018)

vom 17. Juli 2018

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
im März 2014 wurde in Zusammenarbeit mit einer Werbeagentur das Kommunikationskonzept „Die Stadt bin ich“ und eine dazugehörige Homepage gestartet und ich bitte um die Beantwortung folgender Fragen:
1) Welche finanziellen Mittel flossen jährlich und fließen aktuell in die Marketingkampagne?
2) Wer ist inzwischen federführend? Weiterhin die Werbeagentur oder die CWE?
3) Wie haben sich die „Klickzahlen“ der Homepage jährlich entwickelt?
4) Welche konkreten Marketingaktionen „nach außen“ wurden nunmehr umgesetzt, nachdem sich das Projekt in der Anfangsphase zunächst an die Chemnitzer selbst richten sollte?
5) Welche Rolle spielt das genannte Kommunikationskonzept neben bzw. in den anderen Stadtmarketingprojekten wie bspw. chemnitz-zieht-an oder chemnitz-city und insbesondere vor dem Hintergrund der Kulturhauptstadt-Bewerbung?

Falk Müller

Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, zu Ihrer Ratsanfrage teile ich Ihnen unter Einbeziehung einer Zuarbeit der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Folgendes mit:

1) Die CWE verantwortet die Kampagne. Sie verwendet dafür aus dem bereitgestellten städtischen Zuschuss Mittel in Höhe von 180.000 Euro pro Jahr sowie zusätzlich durch die CWE generierte Einnahmen in Höhe von durchschnittlich 200.000 Euro pro Jahr. Die CWE berichtet darüber in ihrem Kontrollgremium, dem Aufsichtsrat, regelmäßig.

2) Die Werbeagentur war nie federführend, sondern hat im Rahmen des Auftrags die notwendigen konzeptionellen Arbeiten unterstützt und verschiedene Kommunikationsmaßnahmen zur Umsetzung vorgeschlagen. Gemäß Stadtratsbeschluss B-350/2014 ist die CWE seit dem 1. Januar 2016 für das Stadtmarketing und somit für „Die Stadt bin ich“ zuständig.

3) Die Website www.die-stadt-bin-ich.de und die dazugehörige Facebook-Seite erreichen pro Jahr im Schnitt etwa 50.000 Menschen. Anzumerken ist hierbei, dass die Erfolgsbewertung im Onlinemarketing 2018 sich jedoch nicht mehr nach Reichweiten, sondern nach dem Engagement der erreichten Nutzer und nach den erzielten Mehrwerten richtet.

4) Eine der Absichten des Kommunikationskonzepts „Die Stadt bin ich“ von 2014 war, neben der Binnenwirkung in die Stadt und die Region auch eine neue, optisch ansprechende und frische Kommunikationslinie zu schaffen. Das bedeutet, dass in diesem Zuge grafische und inhaltliche Grundlagen geschaffen wurden, die über die reine Nutzung bei Kampagnen oder Marketingaktionen hinausreichen.

Dabei sticht neben den grafisch hochwertig gestalteten Grundlagenmaterialien vor allem das von der Pressestelle der Stadt Chemnitz betriebene Format der „Macher der Woche“ heraus, das sowohl in der Onlinekommunikation als auch als Auskopplung in Printmedien (direkt im Amtsblatt, thematisch z.B. in den Stadtmagazinen), im Rahmen der Ausstellung „100 Macher“ und in einem dazugehörigen Printmagazin präsentiert wurde. Neben lokalen Ausstellungsorten, wie dem Klinikum Chemnitz, der schönherr.fabrik oder dem Stadtbad war die Ausstellung bereits am Flughafen Dresden zu sehen. Die Personen und Themen, die in den Machern vorgestellt werden, sind dazu gemacht, sowohl von den Handelnden selbst als auch von deren beruflichen und/oder privaten Umfeldern in ihrer jeweils eigenen Kommunikation genutzt zu werden. Von daher ist davon auszugehen, aber nicht messbar, dass die Kommunikationsinhalte auch über Kanäle jenseits von „Die Stadt bin ich“ sichtbar werden und neue Adressaten erreichen.

5) Die Initiative Chemnitz-zieht-an hat eine klare Ausrichtung nach außen mit dem Fokus Fachkräfte und nutzt die Brücke zum Thema lebenswerte Stadt, die in der „Die Stadt bin ich“-Kommunikation aufgebaut wurde. Beispiele hierfür sind u.a. die Kampagnen „Neues Leuchten“ von 2016 und „Liebe auf den 2ten Blick“ zum Festival of Sounds 2017.

Die Konzeption für die Innenstadtvermarktung (jetzt ChemnitzCity) war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht entwickelt. Thematische Anknüpfungspunkte und die Nutzungsmöglichkeiten von Elementen aus der „Die Stadt bin ich“-Kommunikation, hier besonders bei Maßnahmen zur Innenstadtbelebung, bestehen jedoch grundsätzlich.

Freundliche Grüße
Barbara Ludwig