Stadtbad (RA-594/2018)

vom 8. November 2018

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, ich bitte um die Beantwortung folgender Fragen:
1) Wie hoch ist der Sanierungs- und Investitionsrückstau des Stadtbades? Welcher Zustand und Bedarf besteht insbesondere bei den Fenstern?
2) Finanzmittel in welcher Höhe wurden seit 2015 eingeplant und letztlich auch abgerufen und stehen in den nächsten vier Jahren voraussichtlich zur Verfügung?
3) Zählt das vorgelagerte Haus mit Spitzdach ebenfalls zum denkmalgeschützten Ensemble? Welche Pläne gibt es für das aktuell scheinbar ungenutzte Objekt und wie könnte man den dazwischen und brachliegenden Vorplatz des Stadtbades aufwerten und öffnen?

Thomas Sänger

Antwort: Sehr geehrter Herr Sänger, zu Ihrer Ratsanfrage teile ich Ihnen im Auftrag der Oberbürgermeisterin Folgendes mit:

1) Unter Beachtung der abgeschlossenen Baumaßnahmen zur Sanierung der gebäudetechnischen Infrastruktur, 3. Bauabschnitt, besteht aktuell am Objekt Stadtbad Chemnitz, unter Einbeziehung des denkmalgeschützten Wohngebäudes, ein noch notwendiges Finanzvolumen von ca. 6.800.000 € netto zur Weiterführung der Sanierungsmaßnahmen.

In den momentan nicht sanierten Bereichen des Stadtbades konnten die zum Teil sehr stark in Mitleidenschaft gezogenen Außenfenster noch nicht erneuert oder saniert werden. Grundsätzlich werden die Fenster, in den von Sanierung betroffenen Bereichen, unter Einbeziehung der Oberen und Unteren Denkmalschutzbehörde erneuert bzw. fachgerecht aufgearbeitet. So konnte im Bereich der 50-m-Halle inkl. Empore und Umkleide eine vollständige Instandsetzung der Fensterflächen erfolgen. Auf Grundlage der Größe des Stadtbades erfolgt die Sanierung der Fenster in der Analogie der Bauabschnitte, da die Fensterinstandsetzung maßgeblich auch unter Beachtung des vorbeugenden baulichen Brandschutzes sowie in Abhängigkeit der Nutzungsstruktur erfolgen muss. So sind eben auch Rauchabzugsflächen, Brandschutzverglasung etc. gemäß Brandschutzkonzept zu beachten.

Eine zielgerichtete Weiterverfolgung der Instandsetzung der Fenster ist somit inhaltlich unmittelbar an die Sanierung der anschließenden Raumstrukturen gebunden, um Mehr- und Doppelausgaben zu vermeiden. Hier sei ergänzend aufgeführt, dass bei der Instandsetzung der WC- und Sanitärbereiche den Ausführungen folgend, eben auch alle Außenfenster mit instandgesetzt wurden. Zusammenfassend wird der Bedarf zur Instandsetzung der Fenster als hoch eingeschätzt.

2) In den Jahren seit 2012 gab es im investiven Bereich ein zur Umsetzung freigegebenes Budget in Höhe von 5.131.098,80 €, davon wurden inklusive der Umsetzung des 3. Bauabschnittes der gebäudetechnischen Infrastruktur Mittel in Höhe von 5.069.250,98 € baulich umgesetzt und abgerufen.

Nachdem in den vergangenen Jahren im investiven Bereich das Stadtbad im Fokus stand, findet sich für die nächsten 4 Folgejahre im Planentwurf – auch im Hinblick auf die anderen bzw. weiteren Prioritäten im Sportbereich – kein Mittelansatz für investive Maßnahmen im Stadtbad wieder.

Im Bauunterhalt konnten Mittel zur Erneuerung des Fahrstuhls 2019 in Höhe von 100.000 € und im Jahr 2022 100.000 € zur Erneuerung der Hallenbeleuchtung der 25-m-Halle in dem Verwaltungsvorschlag zum Haushaltsplan 2019/2020 ff. eingeordnet werden.

3) Das Wohn- und Geschäftshaus, Mühlenstraße 25, gehört zum denkmalgeschützten Ensemble des Stadtbades, steht jedoch in keinem bäderfachlichen Bezug zum Stadtbad und dessen Betreibung, d.h. das Gebäude ist autark zu betrachten.

Für das Objekt, welches bis Ende August 2018 noch zur Hälfte vermietet war, gab es eine Vielzahl von Nachnutzungsoptionen durch die Stadtverwaltung, jedoch wurden diese, auf Grund der damit verbundenen vorgelagerten Investitionen und den begrenzten Möglichkeiten, das Objekt barrierefrei zu erschließen, verworfen. Aktuell wird durch die Stadtverwaltung die Vermarktung der Liegenschaft geprüft.

Der Vorplatz unmittelbar vor der Treppenanlage zum Stadtbad gehört zum denkmalgeschützten Ensemble und unterliegt somit ebenfalls denkmalpflegerischen Vorgaben. Aktuell hat es zu dem Vorplatz bereits erste Begehungen gegeben, um die Instandsetzung der Fläche in Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt konzeptionell anzuarbeiten.

Freundliche Grüße
Ralph Burghart
Bürgermeister