Brunnen und Denkmäler (RA-629/2018)

vom 5. Dezember 2018

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, ich bitte um die Beantwortung folgender Fragen:
1) Wie viele Brunnen wurden in der vergangenen Saison 2018 nicht betrieben, und wie viele sind im Grünflächenamt oder anderswo eingelagert?
2) Wie hoch sind der Sanierungs- und Investitionsrückstau kommunaler Brunnenanlagen sowie die jährlichen Betriebs- und Unterhaltungskosten, und Mittel in welcher Höhe sind im Doppelhaushalt 2019/2020 für welche Maßnahmen eingeplant?
3) Welchen Sanierungs- und Investitionsrückstau weisen darüber hinaus die Denkmäler im Stadtgebiet auf?
4) Welche Pläne gibt es für das eingelagerte Mahnmal zur Erinnerung an die Zerstörung der Stadt Chemnitz? (siehe RA-146/2018, Frage 3)

Falk Müller

Antwort: Sehr geehrter Herr Müller, zu Ihrer Ratsanfrage teile ich Ihnen im Auftrag der Oberbürgermeisterin Folgendes mit:

1) In der Brunnensaison 2018 wurden folgende Brunnen nicht betrieben:
– Brunnenanlage Brühl-Boulevard (Im Rahmen der Neugestaltung des Brühl-Boulevard ist im Jahr 2018 auch die Sanierung des Brunnens einschließlich des Neubaus der notwendigen Brunnenstube realisiert worden.)
– Kunstbrunnen Pelzmühle
– Teichrosenbecken an der Brückenstr.
– Brunnenanlage Prisma an der Brückenstr.
– Brunnen Falkeplatz am Hochhaus
– Brunnen Hainstraße/Dresdner Straße

Die Brunnen der Standorte Falkeplatz am Hochhaus und Hainstraße/Dresdner Straße sind wenig öffentlichkeitswirksam und sind bereits seit dem Jahr 2014 nicht mehr in Betrieb.

Künstlerische Brunnen sind derzeit nicht eingelagert, sondern nur fünf Kugelelemente des ehemaligen Kugelbrunnens von Herrn Professor Dietel. Eine Aufstellung als Kunstwerk wird erwogen.

Der Fontänenbrunnen vor dem ehem. Kulturpalast in Rabenstein ist seit Jahrzehnten unter einem Beet konserviert.

2) Der Sanierungsrückstau beläuft sich auf ca. 700.000 €. Für die Unterhaltung der Brunnen sind im PSK 5511000.42214000 Unterhaltung des sonstigen unbeweglichen Vermögens – Brunnen für das Jahr 2019 75.000 € und für das Jahr 2020 90.000 € eingestellt. Die konkreten Maßnahmen werden erst nach der Frostperiode und Erfassung der Schäden priorisiert und festgelegt.

3) Die Denkmalliste der Stadt Chemnitz verzeichnet ca. 4.800 denkmalgeschützte Gebäude und Anlagen. Nur wenige davon befinden sich im Eigentum der Stadt Chemnitz. Den häufig privaten Eigentümern, Gesellschaften und Kirchgemeinden obliegt die Eigentümerpflicht zur Sicherung und Erhaltung ihres Kulturdenkmals gemäß § 8 des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes. Durch kommunale Denkmalförderung und Fördermittel des Freistaates Sachsen werden Sicherungsmaßnahmen unterstützt.

In Gründerzeitwohnvierteln mit großen Denkmalbeständen (Kaßberg, Sonnenberg, Schloßchemnitz, Hilbersdorf) sind bereits zwischen 80 und 90% der Baudenkmäler saniert. Aber es gibt darüber hinaus noch einige besonders gefährdete Denkmalobjekte mit hohem Sicherungsbedarf und großem Sanierungsrückstau. Diese sind gelistet und werden kontrolliert.

4) Es gab vielfältige Bemühungen der Wiederaufstellung des Mahnmals zur Erinnerung an die Zerstörung von Chemnitz am 05.03.1945. Gemeinsam mit der Künstlerin wurden mögliche Standorte in der Innenstadt gesucht. In die engere Wahl kamen die Standorte Jakobikirchplatz sowie ein Standort an der östlichen Giebelseite der Städtischen Kunstsammlungen.

Aufgrund von Bedenken bezüglich der Beschädigung des Denkmals am Standort Jakobikirchplatz sowie der Einrichtung eines Brunnens am möglichen Platz wurde dieser Standortvorschlag aufgegeben. Die Umsetzung des Kunstwerkes an die östliche Giebelwand der Städtischen Kunstsammlungen wurde wegen der hohen Kosten von ca. 45.000 € (Schätzung vor 5 Jahren) zurückgestellt. Bei einer möglichen Neugestaltung des Platzes vor der Alten Post wäre die Wiedereinordnung des Kunstwerkes am alten Standort vorstellbar.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Stötzer
Bürgermeister