Die AfD-Stadtratsfraktion Chemnitz hat zur Zukunft des Schauspielhauses befragt. Für diese Auswertung berücksichtigen wir ausschließlich bestätigte Antworten, also Datensätze mit abgeschlossener E-Mail-Verifizierung. Die Umfrage ist ein Stimmungsbild unter den Teilnehmern, aber keine repräsentative Bevölkerungsbefragung. Prozentangaben sind gerundet.
1. Standortfrage: Busbahnhof-Fläche liegt vorn
Die stärkste Einzeloption ist der Neubau auf der freiwerdenden Busbahnhof-Fläche nahe Opernhaus und Brühl. Diese Variante erreicht 32,5 %. Dahinter folgen gleichauf die Sanierung an der Zieschestraße und der Spinnbau mit jeweils 22,9 %.

Politisch ist das ein klares Signal: Die Busbahnhof-Variante darf nicht vorschnell ausgeklammert werden. Wer solide entscheiden will, muss diese Variante vollständig prüfen und belastbar berechnen lassen.
2. Was soll der Stadtrat entscheiden?
Auch bei der konkreten Frage an den Stadtrat liegt Option 4 vorn. Die Prüfung und Berechnung der freiwerdenden Busbahnhof-Fläche erreicht 33,7 %. Danach folgen der Spinnbau mit 22,9 %, die Sanierung der Zieschestraße mit 18,1 % und die Erweiterung der Zieschestraße mit 13,3 %.

Aus Sicht der AfD-Stadtratsfraktion ist damit die Mindestforderung klar: Vor einer endgültigen Entscheidung müssen Kosten, Machbarkeit und städtebauliche Effekte der Busbahnhof-Variante auf den Tisch.
3. Wirtschaftlichkeit: Busbahnhof auch hier stärkste Option
Bei der Frage, welche Lösung langfristig wirtschaftlich sinnvoller ist, liegt ebenfalls die Busbahnhof-Fläche vorn. Sie erreicht 30,1 %. Danach folgen der Spinnbau mit 24,1 %, die Bestandssanierung der Zieschestraße mit 18,1 % und „Kann ich nicht beurteilen“ ebenfalls mit 18,1 %.

Bemerkenswert ist außerdem: Eine klare Mehrheit wäre grundsätzlich bereit, höhere Investitionskosten zu akzeptieren, wenn dadurch langfristig Betriebskosten sinken. „Ja“ und „Eher ja“ kommen zusammen auf 75,9 %.

4. Entscheidungskriterien: Folgekosten, Komfort und Innenstadt zählen
Die wichtigsten Kriterien sind langfristig niedrige Betriebs- und Folgekosten mit einem Mittelwert von 4,23 auf der Fünfer-Skala, Barrierefreiheit, Komfort und Aufenthaltsqualität mit 4,14 sowie die Stärkung der Innenstadt mit 4,11. Der reine Erhalt des bisherigen Standorts an der Zieschestraße liegt mit 2,49 deutlich niedriger.

Das Ergebnis spricht gegen Symbolpolitik. Den Teilnehmern geht es vor allem um Folgekosten, Nutzbarkeit, Innenstadtwirkung und Funktionalität. Genau deshalb muss jede Variante nach denselben wirtschaftlichen und fachlichen Maßstäben geprüft werden.
5. Direkte Bewertung der Standortlinien
In der direkten Bewertung liegt der Erhalt der Zieschestraße mit einem Mittelwert von 3,13 knapp vor der Busbahnhof-Variante mit 3,10. Der Spinnbau fällt mit 2,60 deutlich ab. Gleichzeitig hat die Busbahnhof-Variante mit 38,6 % den höchsten Anteil positiver Bewertungen.

Das zeigt: Die Zieschestraße besitzt weiterhin Bindungskraft. Aber die Busbahnhof-Fläche ist in der Umfrage nicht nur die meistgewählte Standortoption, sondern auch die Variante mit dem größten positiven Bewertungslager.
6. Informationsbedarf: Bürger wollen harte Zahlen
Die meistgenannten Informationsbedarfe sind Verkehrsanbindung und Parken mit 44,6 %, genaue Gesamtkosten mit 41,0 % sowie Auswirkungen auf Eintrittspreise und Kulturangebot mit 33,7 %. Kosten und Machbarkeit der Busbahnhof-Variante werden mit 32,5 % ebenfalls stark nachgefragt.

Für uns folgt daraus: Der Stadtrat darf keine Entscheidung auf Basis von Vorfestlegungen treffen. Die Bürger wollen belastbare Gesamtkosten, eine Verkehrsbetrachtung, einen Betriebskostenvergleich und eine ehrliche Darstellung der Folgen für Eintrittspreise und Kulturangebot.
7. Teilnehmerstruktur
Die Altersstruktur der bestätigten Antworten zeigt einen Schwerpunkt bei Bürgern ab 40 Jahren. Besonders stark vertreten sind die Altersgruppen 40 bis 49 Jahre, 60 bis 69 Jahre sowie 70 Jahre und älter.

Auch beim Kulturbezug ist das Bild gemischt. Ein relevanter Teil besucht Kulturveranstaltungen regelmäßig, zugleich gibt es viele Teilnehmer, die nur selten oder nie Kulturveranstaltungen besuchen. Damit bildet die Umfrage nicht nur die Sicht des klassischen Theaterpublikums ab.

Fazit der fraktion
Die bestätigten Antworten zeigen keinen Freifahrtschein für irgendeine Variante. Sie zeigen aber klar: Die Busbahnhof-Fläche ist die stärkste Einzeloption, sie wird auch bei der Stadtratsfrage am häufigsten genannt, und sie gilt in der Umfrage am häufigsten als langfristig wirtschaftlich sinnvolle Lösung.
Unsere Schlussfolgerung ist eindeutig: Die AfD-Stadtratsfraktion fordert eine vollständige, transparente und vergleichbare Prüfung der Busbahnhof-Variante. Chemnitz braucht keine Vorentscheidung hinter verschlossenen Türen, sondern eine nachvollziehbare Entscheidung auf Grundlage von Kosten, Folgekosten, Verkehr, Funktionalität und Innenstadtwirkung.