Die Zukunft des Chemnitzer Schauspielhauses ist eine wichtige kulturpolitische und finanzielle Entscheidung für unsere Stadt. Es geht nicht nur um die Frage, an welchem Ort künftig Theater gespielt wird, sondern auch um Baukosten, Folgekosten, Erreichbarkeit, städtebauliche Wirkung und den verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeld.
Derzeit werden mehrere Wege diskutiert: die Sanierung des bestehenden Schauspielhauses an der Zieschestraße, eine umfassendere Variante mit Teilabbruch, Sanierung und Erweiterung am bisherigen Standort oder ein Neubau beziehungsweise Umzug in das Kultur-Quartier-Spinnbau. Laut vorliegender Ergebnispräsentation liegen die Investitionskosten dieser drei Varianten bei rund 62 Mio. €, 81 Mio. € beziehungsweise 75 Mio. €. Auch die jährlichen Nutzungskosten und die Lebenszykluskosten unterscheiden sich deutlich.
Die AfD Stadtratsfraktion Chemnitz bringt zusätzlich eine vierte Option in die Diskussion ein: Im Zusammenhang mit dem Umzug des Busbahnhofes soll auf der freiwerdenden Fläche, Straße der Nationen gegenüber dem Schillerplatz, ein neues Schauspielhaus entstehen. Diese Variante hätte aus Sicht der Fraktion mehrere Vorteile: Zentrumsnähe, unmittelbare Nachbarschaft zum Opernhaus, sehr gute ÖPNV-Anbindung und eine mögliche Belebung des Brühls. Eine fachliche Kosten- und Nutzwertberechnung für diese vierte Schauspielhaus-Option liegt in der vorliegenden Ergebnispräsentation noch nicht vor.
Für die AfD Stadtratsfraktion Chemnitz steht im Vordergrund, dass eine Entscheidung dieser Größenordnung auf einer transparenten, nachvollziehbaren und belastbaren Faktenbasis getroffen werden muss. Dazu gehören Bau- und Betriebskosten, Besucherzahlen, Auslastung, Verkehrsanbindung, Folgekosten, Auswirkungen auf Innenstadt, Brühl und Altchemnitz sowie die Frage, welche Lösung dem Theaterbetrieb langfristig am besten dient.
Mit dieser Bürgerumfrage möchte die AfD Stadtratsfraktion Chemnitz ein Meinungsbild der Chemnitzer einholen.
Quelle: Schauspielhaus Chemnitz Ergebnispräsentation 20260324.pdf
Optionen zur Zukunft des Chemnitzer Schauspielhauses
Option 1: Zieschestraße – Bestand sanieren
Das Schauspielhaus bleibt am bisherigen Standort. Das bestehende Gebäude wird general- bzw. teilsaniert. Verwaltung und Werkstätten bleiben weiter an separaten Standorten und müssten ebenfalls saniert werden. Die Investition liegt bei rund 62 Mio. €. Die jährlichen Nutzungskosten im ersten Jahr liegen bei rund 2,268 Mio. €. Vorteil ist die bekannte Lage mit guter Erreichbarkeit und gewachsener Identität. Nachteil sind weiter bestehende funktionale Schwächen, fehlende Erweiterungsflächen, hohe Logistikaufwände und eingeschränkte Betriebsabläufe.
Option 2: Zieschestraße – Teilabbruch, Sanierung und Erweiterung
Das Schauspielhaus bleibt ebenfalls am bisherigen Standort, wird aber stärker umgebaut: Teilabbruch, Sanierung und Erweiterung. Auch hier bleiben Verwaltung und Werkstätten als zusätzliche Sanierungsobjekte bestehen. Die Investition liegt bei rund 81 Mio. €. Die jährlichen Nutzungskosten im ersten Jahr liegen bei rund 2,091 Mio. €. Vorteil ist, dass der Standort erhalten und baulich verbessert wird. Nachteil ist, dass zentrale Schwächen laut Präsentation nicht vollständig gelöst werden: begrenztes Flächenpotenzial, schwierige Logistik, Defizite bei Flexibilität, Sichtlinien und Außenbezug.
Option 3: Kultur-Quartier-Spinnbau – Neubau/Umzug
Das Schauspielhaus zieht in das Kultur-Quartier-Spinnbau. Vorgesehen sind ein Neubau für das Schauspielhaus, ein neues Werkstattgebäude sowie Sanierung/Umbau von Proben- und Lagerflächen. Die Investition liegt bei rund 75 Mio. €. Die jährlichen Nutzungskosten im ersten Jahr liegen bei rund 1,992 Mio. €. Vorteile sind größere Flächenreserven, bessere Bühnen- und Zuschauerbereiche, gebündelte Betriebsbereiche, geringere Logistikkosten, mehr Multifunktionalität und Entwicklungspotenzial für Altchemnitz. Nachteil ist die schwächere Innenstadtlage und geringere fußläufige Erreichbarkeit im direkten Umfeld.
Option 4: Neubau auf der freiwerdenden Busbahnhof-Fläche nahe Opernhaus und Brühl
Die AfD Stadtratsfraktion Chemnitz schlägt vor, im Zusammenhang mit einem möglichen Umzug des Busbahnhofes die freiwerdende Fläche für einen Neubau des Schauspielhauses zu nutzen. Vorteil wären die Zentrumsnähe, die direkte Nachbarschaft zum Opernhaus, eine sehr gute ÖPNV-Anbindung und ein möglicher Impuls für den Brühl. Da sich die Fläche nach Einschätzung der Fraktion bereits in städtischer Hand befindet, könnten gegenüber Option 3 Kosten für einen Grundstückserwerb entfallen. Eine geprüfte Kostenberechnung liegt dafür bisher nicht vor; vorläufig wird angenommen, dass die Baukosten ungefähr im Bereich von Option 3 liegen könnten, abzüglich eines möglichen Grundstückserwerbs.