Die AfD-Stadtratsfraktion Chemnitz sieht die Antworten der Stadtverwaltung auf eine Ratsanfrage von Ulrich Oehme zur Belastbarkeit des Chemnitzer Stromnetzes mit großer Skepsis.
Die Verwaltung erklärt, dass derzeit keine flächendeckenden Engpässe im Chemnitzer Stromnetz bestünden und geplante Ladeinfrastruktur grundsätzlich überall beantragt werden könne. Wo Kapazitätsprobleme auftreten, sollen diese durch Netzausbau oder die Einbindung von Lademanagementsystemen behoben werden.
Für die AfD-Fraktion bleiben jedoch wesentliche Fragen unbeantwortet.
„Die Stadt behauptet, punktuelle Engpässe seien bereits beseitigt worden. Sie sagt aber weder, wo diese Engpässe aufgetreten sind, noch wann und mit welchen Maßnahmen sie behoben wurden.“ erklärt Ulrich Oehme.
Besonders kritisch bewertet die Fraktion die Aussagen zur Wärmeversorgung in den Gründerzeitvierteln. Die Verwaltung führt aus, dass dort die Wärmeversorgung überwiegend über Fernwärme erfolge und deshalb nur mit einer moderaten zusätzlichen Belastung des Stromnetzes zu rechnen sei. Oehme zeigt sich fassungslos:
„Gerade für den Kaßberg entspricht diese Darstellung nicht der Realität. Nach wie vor wird ein erheblicher Teil der Wohnungen mit Gas beheizt. Fernwärme ist dort keineswegs die dominierende Heizform. Zudem verdeutlichen die Antworten, dass die Versorgungssicherheit künftig zunehmend von technischen Steuerungsmaßnahmen abhängen soll. Die Verwaltung verkauft es als Fortschritt, wenn Ladevorgänge über Managementsysteme gedrosselt oder zeitweise unterbrochen werden können. Tatsächlich ist dies aber ein Eingeständnis, dass man für die Energiewende die flächendeckende Überlastung der Strominfrastruktur in Kauf nimmt! Der Bürger soll die staatlich geförderten Elektroautos kaufen. Aber niemand sagt ihm, dass seine Ladeleistung im Ermessen des Energieversorgers werden muss, damit dessen Stromverteiler nicht hochgehen!“
Kritik übt die Fraktion auch daran, dass Hauseigentümer künftig verstärkt in zusätzliche Technik investieren sollen, um die vorhandenen Netzanschlüsse effizienter auszunutzen.
„Energiemanagementsysteme, Lastmanagement und Batteriespeicher kosten viel Geld. Diese Technologien werden mit Milliardenbeträgen staatlich gefördert, weil sie sich sonst gar nicht rechnen. Die Energiewende ist in jeder Hinsicht unvernünftig und die Kosten tragen wir alle.“, erklärt Oehme abschließend.
Die AfD-Stadtratsfraktion fordert ein Ende dieses energiepolitischen Blindflugs und eine ehrliche Einschätzung, ob die Klimaneutralität überhaupt notwendig und sozialpolitisch vertretbar ist.